Nations League
Deutschlands Krise: Nagelsmanns Fehlgriffe ebnen Klopps Rückkehr
Julians Nagelsmanns Weltmeisterschaft endete in Boston mit einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay und besiegelte damit sein Schicksal als Bundestrainer. Nach zwei Siegen in der Gruppenphase löschten seine Entscheidungen in den K.-o.-Spielen jeden guten Willen aus und gipfelten in einem 1:1-Unentschieden und einer 4:5-Niederlage im Elfmeterschießen.
Nagelsmann hatte die 102. Minute überstanden, als Jonathans Tahs Kopfball den paraguayischen Torhüter bezwang, doch die Erleichterung war nur von kurzer Dauer. Seine taktischen Entscheidungen in den K.-o.-Spielen deckten tiefe Risse innerhalb der Mannschaft auf. Die Spieler hatten sich nach der 2:4-Niederlage gegen Ecuador im letzten Gruppenspiel, einem Spiel, in dem Nagelsmann die gesamte Mannschaft rotieren ließ, zunehmend verärgert gezeigt.
Die Niederlage gegen Ecuador brachte die Mannschaft an den Rand des Abgrunds. Nagelsmanns Entscheidung, mit seiner ersten Elf zu starten und fünf Auswechslungen zur Halbzeit vorzunehmen, schlug fehl, da Ecuador standhielt. Die Einwechselspieler Pavlovic, Havertz, Kimmich, Nmecha und Wirtz konnten das Spiel nicht drehen, und Ecuadors Sieg verstärkte die Frustration der Spieler über den Ansatz ihres Trainers.
In den Tagen vor dem Spiel gegen Paraguay zog sich Nagelsmann in sein Hotelzimmer zurück, um sich vorzubereiten. Das Ergebnis war eine Startelf ohne Jamal Musiala und mit Deniz Undav. Rudi Völler, Sportdirektor des DFB, hatte öffentlich die Einwechslung von Undav gefordert und gesagt: „Das Land schreit danach, dass Undav spielt.“
Deutschlands WM-Aus nach Niederlage gegen Paraguay fordert Trainerwechsel
Nagelsmanns Weigerung, seinen Lieblingsspieler Kai Havertz zu ersetzen, zwang Musiala auf die Bank. Nach einer Stunde, in der Undav kämpfte, brachte Nagelsmann Musiala, doch der Schaden war bereits angerichtet. Jürgen Klopp, der als Experte in Boston arbeitete, hatte Undav bereits zur Halbzeit abschätzig kommentiert: „Man sieht ihm an der Körpersprache an, dass Undav den Ball nicht will. Wenn ich das in den Augen eines Spielers sehe, lasse ich ihn nicht spielen.“ Klopps Einschätzung unterstrich die Diskrepanz zwischen Nagelsmanns Auswahl und der Realität des Kaders. Die Beharrlichkeit des Trainers, Joshua Kimmich auf der rechten Außenverteidigerposition einzusetzen – trotz Vincents Kompany Ratschlag 2024, Kimmich spiele im Mittelfeld besser –, verschärfte die Dysfunktion weiter. Kimmich, der bei Bayern München mit Pavlovic im Mittelfeld glänzte, wurde von Nagelsmann in die Verteidigung beordert. Zehn Minuten vor Spielende gegen Paraguay wechselte Kimmich ins Mittelfeld und Waldemar Anton kam für die rechte Außenverteidigerposition. Eine VAR-Überprüfung vereitelte jedoch einen möglichen Ausgleich, als Tahs Tor aberkannt wurde. Nagelsmanns wütender Ausbruch gegenüber der ZDF-Journalistin Lily Engels war unmissverständlich: „Ein Vollskandal.“Deutschlands WM-Aus durch drei verschossene Strafstöße in Boston besiegelt
Die Folgen sind unmittelbar. Nagelsmanns Position als Bundestrainer ist unhaltbar. Quellen innerhalb des DFB bestätigen, dass seine Amtszeit voraussichtlich vor den Nations-League-Spielen gegen die Niederlande und Griechenland im September enden wird. Die freie Stelle ebnet den Weg für Jürgen Klopp, der signalisiert hat, seine Rolle als Fußballberater bei Red Bull zu verlassen, um den Nationaltrainerposten zu übernehmen. Deutschlands WM-Aus in Boston hat eine Trainingskrise auf höchster Ebene offengelegt. Nagelsmanns Fehlentscheidungen haben nicht nur seine Amtszeit beendet, sondern auch die Rückkehr Klopps ins internationale Management ermöglicht.