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WM

Infantino gerät unter Beschuss, da Trumps Balogun-Anruf WM-Sturm auslöst

Das Büro des Fifa-Präsidenten in Zürich war am Dienstagabend Schauplatz einer neuen Kontroverse, als Gianni Infantino wegen der Affäre um Folarin Balogun bei der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten zum Rücktritt aufgefordert wurde. Der ehemalige Liverpool-Trainer Jürgen Klopp führte eine Gegenbewegung gegen Infantino an und bezeichnete die Ereignisabfolge als „Wahnsinn“, der „alles infrage stellt“. Klopp, der bald Nationaltrainer Deutschlands wird, fügte hinzu: „Das ist unser Sport, nicht ihrer.“ Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht der US-amerikanische Stürmer Balogun, der im Spiel gegen Bosnien und Herzegowina vom Platz gestellt wurde, aber nach einer Suspendierung seines Platzverweises durch ein Fifa-Disziplinargremium im Achtelfinale gegen Belgien für die Gastgeber spielen durfte. Die Entscheidung folgte auf einen persönlichen Anruf von Donald Trump bei Infantino, in dem der US-Präsident behauptete, eine „Überprüfung“ der Strafe angefordert zu haben. Trump und Infantino pflegen eine langjährige Freundschaft, die im Dezember gefestigt wurde, als Ersterer den ersten „Fifa Peace Prize“ bei der WM-Auslosung erhielt. Doch die scheinbare politische Einmischung hat heftige Kritik im Fußball ausgelöst, wobei Klopp zu den lautstärksten Gegnern gehört. Der ehemalige englische Stürmer Gary Lineker schlug vor, dass US-Trainer Mauricio Pochettino Balogun bei der 1:4-Niederlage gegen Belgien hätte auswechseln sollen. In einem Podcast sagte Lineker, es wäre „ein guter Zug“ gewesen, „die Integrität des Spiels“ zu wahren. Infantinos Vorgänger Sepp Blatter, 2015 seines Amtes enthoben und für acht Jahre gesperrt, verurteilte die Entscheidung ebenfalls, ebenso wie der europäische Fußballverband Uefa. Auch britische Politiker schlossen sich der Kritik an, wobei David Bernstein, ehemaliger Vorsitzender des englischen Fußballverbands, warnte, die Episode „untergräbt eine der Schönheiten des Fußballs – die weltweite Anwendung der Regeln“. Sir Ed Davey, Vorsitzender der Liberaldemokraten, war unmissverständlich: „Infantino muss gehen.“ Er fügte hinzu: „Egal wo sie stattfindet, die Weltmeisterschaft gehört den Fans – nicht Gangstern wie Trump.“ Infantino führt die Fifa seit 2016 und wurde bereits zweimal ohne Gegenkandidat wiedergewählt. Anfang dieses Jahres bestätigte er Pläne, sich 2027 für eine weitere vierjährige Amtszeit zu bewerben. Klopp sagte: „Wenn Donald Trump und Gianni Infantino das wirklich unter sich geregelt haben, ist das Wahnsinn.“ Lineker sagte: „Ich dachte, es wäre ein guter Zug gewesen, wenn entweder Balogun oder Pochettino einfach gesagt hätten: Eigentlich halte ich das nicht für richtig für den Fußball.“

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