WM
Japans WM-Fluch hält an: Brasilien siegt in der Nachspielzeit
Japan erlebte ihre dritte aufeinanderfolgende Achtelfinal-Aus im WM-Turnier in der Nachspielzeit, als Brasilien durch Gabriel Martinellis Treffer in der 95. Minute mit 2:1 gewann.
Das Muster ist mittlerweile bekannt: 2002 verloren sie zu Hause gegen die Türkei, 2010 schieden sie im Elfmeterschießen gegen Paraguay aus, und 2018 besiegelte Nacer Chadlis Konter in der 94. Minute das Aus gegen Belgien. Diesmal beendete Martinellis spätes Eingreifen die Hoffnungen Japans unter Flutlicht.
Brasilien indes überstand eine eigene Schrecksekunde. Zion Suzuki, der ehemalige Torhüter von STVV, der 2023/24 für den belgischen Verein 32 Partien bestritt, bevor er zu Parma wechselte, zeigte in der zweiten Halbzeit eine Reihe von Paraden und hielt Japan in Schach. Seine Fingerspitzen-Aktion vereitelte einen fast sicheren Treffer von Vinícius und bewahrte so den 1:1-Ausgleich.
Die Pattsituation wurde von Casemiro aufgelöst, der nach Suzukis Abwehr eines Hereingaben von Gabriel auf den Pfosten per Kopf ausglich. Mit 34 Jahren und 126 Tagen verpasste Casemiro nur knapp den Titel des ältesten brasilianischen WM-Torschützen aller Zeiten – nur Bebeto, damals 34 Jahre und 137 Tage alt, liegt noch vor ihm.
Japan hatte zuvor durch Kaishu Sanos gefasstes Abschluss in der 29. Minute geführt, ein Ergebnis eines schnellen Konters. Doch Brasiliens Antwort kam prompt in der zweiten Halbzeit, wobei Suzuki mehrfach gefordert wurde, bevor Casemiros Kopfball für den Ausgleich sorgte.
Vinícius drohte zweimal, die Pattsituation zu brechen, zunächst nach einem verwirrenden Lauf, der mit Suzukis entscheidender Parade endete, dann mit einem gekrümmten Schuss, der den Pfosten traf. Die Dramatik gipfelte in der Nachspielzeit, als Martinellis flacher Schuss an Suzuki vorbei Brasiliens Einzug ins Viertelfinale besiegelte.
Für Japan ist es erneut eine herbe Enttäuschung in einer Reihe von K.-o.-Ausgängen. Für Brasilien ist die Erleichterung nach einer nervenaufreibenden zweiten Halbzeit, in der Suzukis Heldentaten sie im Spiel hielten, deutlich spürbar.
Brasiliens Weiterkommen erfolgte trotz eines zähen Starts und einer zweiten Halbzeit mit Ballbesitz und Chancen. Ihr Viertelfinale wartet, während Japans Suche nach dem ersten Sieg in einer K.-o.-Phase weitergeht.
Suzukis Leistung wurde für seine Ruhe unter Druck gelobt, während Martinellis spätes Tor als der Moment in Erinnerung bleiben wird, der die Partie entschied. Der emotionale Kontrast zwischen den beiden Teams hätte nicht größer sein können: Begeisterung für Brasilien, Tränen für Japan.